Fronleichnamsfest – 11. Juni 2009
Fronleichnamsfest hat eine lange Tradition
Jedes Jahr, 10 Tage nach Pfingsten, feiert die katholische Kirche das Fronleichnamsfest. Was bis ins 13. Jahrhundert reichte, wurde im 19. und 20. Jh. zu einer Selbstdarstellung des katholischen Glaubens.
Das Fest entstand Mitte des 13. Jh. aufgrund einer Vision der Ordensfrau Juliane von Lüttich (1192–1258) zuerst in ihrem Heimatbistum Lüttich (1246). Rund 20 Jahre später wurde es dann von Papst Urban VII. für die ganze katholische Christenheit eingeführt.
Im Mittelalter hatte sich eine eucharistische Frömmigkeit entwickelt, für die weniger der Vollzug der Eucharistiefeier als vielmehr das Schauen des vollzogenen Sakramentes von Bedeutung war. Das eucharistische Brot, der Leib Christi, wurde zum zentralen Element.
Der Name «Fronleichnam» kann auf das Mittelhochdeutsche “fron/vron = Herr” und “lichnam = Lebendiger Leib” zurückgeführt werden.
Die Fronleichnamsprozessionen nahmen ihren Anfang in der deutschen Stadt Köln im Jahre 1274. Die Prozessionen wurden sehr bald
mit Elementen der Flur- und Bittprozessionen verbunden. Seit dem 14. Jahrhundert wird das Allerheiligste meist sichtbar in der Monstranz
mitgetragen.
In unseren Gebieten in der Schweiz wurde das Fronleichnamsfest während der Zeit des Milieukatholizismus (19. Jh. bis in die 70er Jahre des 20. Jh.) vorab auch als Repräsentation des Katholischen verstanden. Prozession, Monstranz, Fahnen und Musik sollten die Stellung der katholischen Kirche in der Gesellschaft aufzeigen.
(aus Pfarreiblatt für die kath. Pfarreien des Kantons Zug 24/2009)